
30.03.2009

Gedenktafel zur Römerbrücke Mainz
15.12.2016
© Dr. Manfred Böhmer

30.03.2009
© Frank Sellke / brueckenweb.de
Historischer Kontext
Mainz, damals als Mogontiacum bekannt, war eine der wichtigsten römischen Militärstützpunkte am Rhein. Die Stadt diente als Hauptquartier der Legio XXII Primigenia und war ein zentraler Knotenpunkt für die Kontrolle Germaniens. Der Bau einer Brücke über den Rhein war daher von strategischer Bedeutung.
Bau und Konstruktion
Die römische Brücke in Mainz wurde vermutlich im 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet, möglicherweise unter Kaiser Domitian (81–96 n. Chr.). Sie war eine der längsten Brücken der Römerzeit und ein beeindruckendes Beispiel für ihre Ingenieurskunst.
Material und Technik:
Wie die Kölner Brücke bestand auch die Mainzer Brücke aus Holzpfeilern, die auf steinernen Fundamenten ruhten. Die Pfeiler wurden aus Eichenholz gefertigt und in den Flussgrund gerammt. Die Brücke hatte eine Länge von etwa 500 Metern und eine Breite von 7–8 Metern.Besonderheiten:
Wehrtürme: Die Brücke war mit mehreren Wehrtürmen ausgestattet, die nicht nur der Verteidigung dienten, sondern auch als Zollstationen fungierten.
Straßenanschluss: Die Brücke war Teil eines größeren Straßennetzes, das Mainz mit anderen römischen Städten verband. Sie ermöglichte den schnellen Transport von Truppen und Gütern.
Archäologische Funde
Pfahlreste: Bei Ausgrabungen im 19. und 20. Jahrhundert wurden Holzpfähle der Brücke im Rhein gefunden. Diese Funde bestätigten die Bauweise und ermöglichten eine Datierung der Brücke in die römische Zeit.
Münzfunde: In der Nähe der Brücke wurden römische Münzen gefunden, die auf die Nutzung der Brücke im 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. hindeuten.
Zerstörung und Nachwirkung
Die Mainzer Brücke wurde vermutlich im 4. oder 5. Jahrhundert n. Chr. zerstört, möglicherweise durch Hochwasser oder während der Völkerwanderung. Ihre Reste blieben jedoch im Flussbett erhalten und wurden bei späteren Ausgrabungen wiederentdeckt.