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22.01.2013:
Baukultur an den Wasserstraßen in Deutschland

neues Buch: >>Ingenieurbauwerke der Wasserstraßen – Brücken, Schleusen, Hebewerke<<
Verkehrswasserbauwerke wie Schleusen, Wehre, Kanalbrücken oder Schiffshebewerke sind im Kern technische Bauwerke, bei denen die Funktion den Entwurf vorgibt. Meist sehr robust ausgelegt, zeichnet sie in der Regel eine hohe Langlebigkeit aus. Aber auch in puncto architektonische Gestaltung werden an diese Bauwerke hohe Anforderungen gestellt, und deshalb hat im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) die Zusammenarbeit von Ingenieuren und Architekten bei ihrer technischen Planung und architektonischen Gestaltung eine gute, schon lange währende Tradition. „Ziel dieser Zusammenarbeit war und ist es, Bauwerke zu schaffen, die sich neben ihrer technischen Zuverlässigkeit auch durch eine hohe architektonische Qualität auszeichnen“, sagt Prof. Dr.-Ing. Christoph Heinzelmann, Leiter der Bundesanstalt für Wasserbau, die die WSV auch in architektonischen Fragen berät und unterstützt. Das jetzt von der BAW herausgegebene Kompendium „Ingenieurbauwerke der Wasserstraßen – Brücken, Schleusen, Hebewerke“ legt davon in zahlreichen Beispielen beredt Zeugnis ab. Baukultur ist auch Denkmalpflege. Brücken zur Querung natürlicher Wasserstraßen sind häufig über viele Jahrhunderte hinweg in ihrer Substanz erhalten geblieben und werden heute entsprechend gepflegt und gewürdigt. Aber auch die Bauten an und in den künstlichen Wasserstraßen, die im Zuge der Industrialisierung Europas entstanden, um die Mobilität von Menschen und Gütern zu verbessern, lohnen ein genaues Hinsehen. Vielfach entstammen sie der Gründerzeit zu Ende des 19. Jahrhunderts oder der wirtschaftlichen Expansionsphase zu Beginn des 20. Jahrhunderts und spiegeln als technische Zeitzeugen die Aufbruchstimmung wider, die in jener Zeit in der Gesellschaft vorherrschte. Das reichhaltig bebilderte Kompendium „Ingenieurbauwerke der Wasserstraßen“ setzt seinen Schwerpunkt allerdings auf Bauwerke an den Bundeswasserstraßen, die in den letzten 25 Jahren entstanden.

Die im Jahr 2003 fertig gestellte Kanalbrücke über die Elbe bei Magdeburg, die eine Länge von 918 m aufweist, und das annähernd 55 m hohe, derzeit im Bau befindliche neue Schiffshebewerk Niederfinow nordöstlich von Berlin sind spektakuläre Artefakte der Ingenieurbaukunst, die mit ihrer Dominanz den Landschaftsraum beherrschen. Von solchen Bauwerken geht eine besondere Faszination auf den Betrachter aus, die sich aus der Größe und dem Kräftespiel ergibt. „Hier ist ein klares Bekenntnis zum Ingenieurbauwerk gefragt. Die Architektur übernimmt dabei die Aufgabe der „Lesehilfe“, die die Funktionsweise des Bauwerks verdeutlicht und damit das Verständnis für Ingenieurbaukunst fördert“, kommentiert Christoph Heinzelmann.

Das vorliegende Kompendium ist als eine architektonische Beispielsammlung angelegt, die die Dienststellen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, aber auch Ingenieur- und Architekturbüros, die sich mit Planung und Bau von Verkehrswasserbauwerken befassen, als Arbeitshilfe nützlich sein kann. Dem Laien bietet es eine Fülle von Anregungen – nicht zuletzt als Wegweiser, die Wasserstraßen mit ihren oftmals spektakulären Bauwerken als Erlebniswelt auf ganz neue Weise zu entdecken. Wer ließe sich etwa nicht von der Technik faszinieren, wenn sich, wie in Niederfinow, ein 5800 Tonnen schwerer Trog eines Schiffshebewerkes 38 Meter in die Höhe bewegt und man selbst Teil dieses Spektakels ist. Als Passagier auf dem nach oben fahrenden Schiff?

Bibliographische Daten
„Ingenieurbauwerke der Wasserstraßen – Brücken, Schleusen, Hebewerke“
Herausgegeben von der BAW
184 Seiten, 594 farbige und s/w Abbildungen
Erscheint im Eigenverlag (ISBN 978-3-939230-02-1)
120 Euro

Die Printausgabe ist zu beziehen über www.amazon.de . In seiner elektronischen Fassung steht das Kompendium kostenfrei über vzb.baw.de zur Verfügung.

Quelle: Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)

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