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29.04.2014:
Neue Carl-Ulrich-Brücke wurde erfolgreich eingeschwommen

Um 19 Uhr war es soweit: Das 1.100 Tonnen schwere Stahlmittelteil der neuen Carl-Ulrich-Brücke wurde wie geplant auf Hilfsstützen parallel zur alten Brücke abgesetzt. Der Einschwimmvorgang konnte somit nach zwei Tagen erfolgreich beendet werden. Verfolgt von einigen hundert Zuschauern, die sich seit Sonntag auf dem eigens für das spektakuläre Ereignis abgesperrten Zuschauerbereich am Offenbacher Parkplatz eingefunden hatten, setzten sich die Schwimmkörper um 10.30 Uhr in Bewegung.

Rund 30 Arbeiter hatten bereits in den frühen Morgenstunden angefangen, 1.500 Meter an Stahlseilen über den Fluss auszulegen. Mit Hilfe der Fließkraft des Maines und Stabilisierung durch Seilwinden wurde das Stahlmittelteil in seine Position gebracht, bis es schließlich auf die Hilfsstützen abgelegt werden konnte. "Wir sind sehr erleichtert, dass die beiden kritischen Punkte – Auffahren auf die Pontons und Ablegen auf die Hilfsstützen – ohne Probleme verlaufen sind", sagte Alexander Pilz, Regionaler Bevollmächtigter Rhein-Main von Hessen Mobil. Um 20 Uhr konnte die Vollsperrung der Brücke planmäßig wieder aufgehoben werden.

Nun fehlen noch die beiden Endstücke der Brücke auf Offenbacher und Frankfurter Seite. Diese werden mit Hilfe eines Krans von Land aus ergänzt und montiert. Auf diese Weise wird die komplette Stahlmontage mit einer Gesamtlänge von 234 Metern in Parallellage zur alten Brücke abgeschlossen.

Die Betonfahrbahnplatte wird danach in mehreren Abschnitten mit einem sogenannten Schalwagen, der sich auf der Stahlkonstruktion mitbewegen kann, hergestellt. Die Abdichtung der Brücke, das Betonieren der Betonkappen sowie das Montieren der Geländer und Lichtmaste vervollständigen die Brücke. Nachdem die Brücke derart nahezu komplett hergestellt worden ist, wird während einer einmonatigen Sperrung der alte Brückenüberbau abgebrochen und die neue Brücke quer auf die neuen Pfeiler und ergänzten Widerlager verschoben.

Der Zeitpunkt für den sogenannten "Querverschub" ist vsl. Spätherbst / Ende 2014. Der genaue Termin für die damit zusammenhängende Vollsperrung wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Nach dem Querverschub folgen noch die Anschlussarbeiten im Bereich der Widerlager und das Aufbringen des Fahrbahnbelages aus Asphalt. Nach nur einmonatiger Sperrung soll die neue Brücke dem Verkehr übergeben werden. Abschließende Restarbeiten, wie unter anderem der Abtransport der alten Brücke, der Abbruch der alten Pfeiler und die Wiederherstellung der Bauflächen beeinflussen die Verkehrsführung nicht.

Hintergrund:
Die vorhandene Stahlbalkenbrücke stammt aus dem Jahr 1953/54 und ist in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Sie kann nur noch mit Einschränkungen genutzt werden. Bereits jetzt ist der Schwerverkehr auf der Brücke auf 7,5 Tonnen beschränkt. Ihre Bedeutung als unverzichtbare Verkehrsader kommt der Carl-Ulrich-Brücke durch ihre Funktion als einzige Straßenverbindung über den Main zwischen Frankfurt-Fechenheim und Offenbach im Bereich der Offenbacher Kernstadt zu. Über die Brücke führt ein beidseitiger Rad- und Fußweg, der von Fahrradfahrern und Fußgängern stark frequentiert wird. Die Verkehrsbelastung liegt bei rund 18.600 Kraftfahrzeuge täglich, davon beträgt der Schwerverkehr etwa 900 Kfz/24h. Über die Brücke führen außerdem die Buslinien F-41 und 551 sowie die Nachtbuslinien n61, n62 und n63.

Als Ersatzneubau wird eine dreifeldrige Stahlverbundbrücke an gleicher Stelle errichtet. Die Gesamtstützweite der neuen Konstruktion beträgt 234 Meter. Die Breite zwischen den Geländern wird von 13 Meter auf 14 Meter erhöht. Dabei bleibt die Fahrbahnbreite gleich, jedoch die Rad- und Fußwege werden breiter. Durch die Vergrößerung der maximalen Stützweite für die Mittelöffnung von derzeit 41,10 Meter auf rund 112 Meter profitiert insbesondere die Mainschifffahrt.

Mit der Projektdurchführung ist vom Land Hessen die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH) betraut worden.

Die Gesamtkosten des Neubaus sind mit ca. 17 Mio. Euro veranschlagt. Diese Kosten werden jeweils etwa zur Hälfte getragen vom Land Hessen sowie der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes.


Quelle: Hessen Mobil

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