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12.12.2014:
Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, die Müngstener Brücke, ist wieder frei für den Personenverkehr

Feierliche Inbetriebnahme mit Sonderfahrten - Sanierung dauerte gut 20 Monate - Korrosionsschutzarbeiten und Austausch der Rollenlager im nächsten Jahr - S7 „Der Müngstener“ weiterhin von Bauarbeiten betroffen


Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten mit einer über 20-monatigen Sperrung wurde heute die Müngstener Brücke, die mit 107 Metern höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, feierlich mit zwei Sonderfahrten in Betrieb genommen.

An Bord des ersten Sonderzuges, einem Alstom LINT 41 des S7-Betreibers Abellio, waren zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik u.a. auch der Vorstand Produktion der DB Netz AG, Dr. Roland Bosch, der Geschäftsführers der Abellio Rail NRW GmbH, Ronald R.F. Lünser und der Vorstandssprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, Martin Husmann.

Anschließend verkehrte ein zweiter Sonderzug von Remscheid Hbf über die Müngstener Brücke bis nach Solingen Hbf und zurück, der für die Stammfahrgäste der S 7 als besondere Premierenfahrt diente. Die Fahrscheine für diese exklusive Sonderfahrt wurden im Radio und in Tageszeitungen des Bergischen Landes verlost und stießen auf großes Interesse.

Ab Sonntag, den 14. Dezember 2014 werden dann fahrplanmäßig die Abellio-Züge über die Brücke rollen.

„Diese Eisenbahnbrücke ist einmalig in Deutschland. Dies haben wir auch bei den Sanierungsarbeiten feststellen müssen, die besondere Anforderungen an uns und die beteiligte Baufirma gestellt hat. Umso mehr freuen wir uns, dass jetzt endlich die Züge wieder rollen können, auch wenn die Gesamtsanierung noch nicht abgeschlossen ist“, so Dr. Roland Bosch, Vorstand Produktion der DB Netz AG.

Die Müngstener Brücke ist für die Menschen im Bergischen das, was der Kölner Dom für die Kölner ist. Sie ist das Wahrzeichen der Region. Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen begrüßt, dass diese unter Denkmalschutz stehende Brücke, die auch für Touristen eine besondere Anziehungskraft hat, wieder für viele Jahre im Schienenpersonennahverkehr als kürzeste Verbindung zwischen Remscheid und Solingen genutzt werden kann“, erklärte die stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW, Sylvia Löhrmann.

Ronald R.F. Lünser, Geschäftsführer von Abellio Rail NRW: „Abellio kann jetzt, genau ein Jahr nach der Betriebsaufnahme der S 7 ‚Der Müngstener“, zum ersten Mal mit einem eigenen Zug über die Brücke fahren. Ich freue mich, dass wir den Fahrgästen ab Sonntag endlich einen direkten und schnellen S-Bahn-Verkehr im Bergischen Land anbieten können. Die heutige Fahrgastsonderfahrt haben wir als Vorgeschmack für all diejenigen angeboten, die nicht bis Sonntag warten möchten. Weil wir leider nur eine begrenzte Fahrgastkapazität anbieten können, haben wir die Tickets verlost.“

Martin Husmann, VRR-Vorstandssprecher: "Die Wiederinbetriebnahme der Müngstener Brücke und die Beendigung des Schienenersatzverkehrs sind eine gute Nachricht für alle Fahrgäste. Die Dauer und Intensität der Baumaßnahme zeigen erneut die Dringlichkeit, regelmäßig und gewissenhaft in die Infrastruktur zu investieren. Wir erwarten hier von Bund und Bahn - insbesondere im Hinblick auf die Belastung der Fahrgäste - auch künftig nachhaltige Investitionen in den Erhalt der Infrastrukturanlagen."

Damit die fast 120 Jahre alte Müngstener Brücke den Anforderungen des modernen Eisenbahnverkehrs auch in Zukunft Stand hält, hat die Deutsche Bahn die bestehende Stahlkonstruktion der Fahrbahnbrücke durch eine moderne Schweißkonstruktion ersetzt und im Laufe dieses Jahres 34 neuen bis zu 22 Tonnen schweren 15 Meter langen Brückenteile montiert. 700 Tonnen Stahl wurden hierbei verarbeitet. Auch die Stahlschwellen wurden auf den neuesten Stand gebracht und durch moderne Stahlbauteile ersetzt.

Für die Austauscharbeiten der 28 Rollenlager im nächsten Jahr, wird es erneut Streckensperrungen auf der S7 „Der Müngstener“ geben. Die Vorarbeiten hierfür sind abgeschlossen. Zwischenzeitlich wurde auch mit den Vorbereitungen für die Korrosionsschutzarbeiten an der Brücke begonnen.

Bis zum Abschluss der gesamten Sanierung des 115 Jahre alten, denkmalgeschützten Bauwerks im Jahr 2016 werden rund 30 Millionen Euro in die Grundsanierung der Brücke investiert.


Quelle: Deutsche Bahn AG

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