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12.04.2015:
Schiersteiner Brücke wieder für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen befahrbar

Die Schiersteiner Brücke im Zuge der A 643 ist ab sofort wieder für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen freigegeben. Um kurz vor 20 Uhr am Sonntagabend wurde die Vollsperrung auf rheinland-pfälzischer wie hessischer Seite aufgehoben.

Nachdem die am Freitag durchgeführte Probebelastung der reparierten Mombacher Vorlandbrücke erfolgreich verlaufen ist, wurde am Wochenende das Warn- und Sperrsystem eingerichtet, dass Lkw daran hindern soll, über die Brücke zu fahren.


Infrastrukturminister Roger Lewentz bedankte sich nachdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LBM und der beteiligten Unternehmen für ihren großen Einsatz bei der Reparatur des Bauunfalls und nicht zuletzt bei den Polizistinnen und Polizisten für ihre Mithilfe bei der Bewältigung der Folgen für den Verkehr rund um Mainz.


Die Mombacher Vorlandbrücke kann nach ihrer Reparatur nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen freigegeben werden. Da die Brücke durch den Bauunfall vorgeschädigt ist, muss sichergestellt werden, dass Lkw über 3,5 Tonnen die Brücke nicht befahren, sowohl von rheinland-pfälzischer wie von hessischer Seite.


Dazu wird ein mehrstufiges Warn- und Sperrsystem zur automatischen Zufahrtsabsicherung der Brücke eingesetzt. Ziel dabei ist es, schon im Vorfeld der Brücke die zu schweren Fahrzeuge von der Autobahn zu leiten.


Um eine sehr hohe Sicherheit der Brückenabsicherung zu erreichen, werden die Fahrzeuge der zur Brücke führenden Fahrspuren automatisch auf die Einhaltung des zulässigen Maximalgewichtes und der zulässigen Höhe und Breite überprüft. Dazu kommen Messgeräte zum Einsatz, die mit zwei unabhängigen Systemen die Fahrzeuge mit einer dynamischen Fahrzeugwaage wiegen und eine Breiten- und Höhenmessung mittels eines Laserscanners durchführen. Die Fahrzeugwaage basiert auf in der Fahrbahn eingebauten Gewichtssensoren, die das Fahrzeuggewicht bei der Überfahrt messen und direkt nach der Messung an die Anlagensteuerung übermitteln. Hat ein Fahrzeug ein Übermaß, so schalten sich automatisch Warnleuchten ein. Für den Fall, dass es trotz der Warnungen bei einer falschen Einordnung eines Fahrzeuges bleibt, werden Schrankenanlagen aktiviert.


Für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen gelten damit auch nach der Freigabe der Brücke weiterhin die großräumigen Umleitungsempfehlungen. Das Gewerbegebiet Mainz-Mombach kann nach wie vor angefahren werden.


In der Anschlussstelle Mombach bleibt die Abfahrt aus Richtung Wiesbaden kommend gesperrt. Der Verkehr wird über den neuen Kreisel im Bereich der AS Gonsenheim umgeleitet (A 643 Richtung Wiesbaden, Abfahrt an der AS Mombach). Die Auffahrt in Richtung Bingen ist für Pkw wie Lkw möglich, in Richtung Wiesbaden jedoch nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen.


Aus Richtung Bingen kommend führt eine Spur über die Vorlandbrücke Richtung Wiesbaden. Die Schiersteiner Brücke selbst ist weiterhin zweispurig befahrbar, da hier die Auffahrspur der AS Mombach in Richtung Wiesbaden hinzukommt. Aus Richtung Wiesbaden kommend führen zwei Spuren über die Mombacher Vorlandbrücke.

Rückblick

Die Schiersteiner Brücke ist seit dem 10. Februar wegen massiver Schäden an der Vorlandbrücke auf der Mainzer Seite voll gesperrt. Ein Brückenpfeiler der Vorlandbrücke hatte sich bei Bauarbeiten verschoben. Hierdurch hat sich die Brücke um bis zu 30 Zentimeter abgesenkt. Seitdem hat der Landesbetrieb Mobilität mit Hochdruck daran gearbeitet, den Schaden an der Mombacher Vorlandbrücke zu reparieren.


Der Überbau der beschädigten Mombacher Vorlandbrücke konnte am Donnerstag, 2. April, wieder in seine Ursprungslage zurückgehoben werden. Über die Ostertage wurden dann die verbliebenen Rissbreiten (größer 0,4 mm) kartiert und mit Epoxidharz verpresst.

Die abschließende Probebelastung der reparierten Mombacher Vorlandbrücke am vergangenen Freitag ist erfolgreich verlaufen. Bei den Probebelastungen wurde die theoretisch höchst mögliche Beanspruchung  der Brücke – Fahrzeuge mit einem Gewicht von 3,5 Tonnen, die Stoßstange an Stoßstange im Stau auf der Brücke stehen – durch Fahrten mit schweren Lkw simuliert. Bis zu 21 Tonnen schwere Lkw  waren hierbei über verschiedene Bereiche der Brücke gefahren. Der Vorgang wurde von Berechnungen und Messungen begleitet.

Ausblick

Wenn der Verkehr wieder über die Vorlandbrücke fließt, werden die Arbeiten an dem neuen Brückenteil wieder aufgenommen. Nach Herstellung dieses neuen Brückenteils wird dann die beschädigte Brücke längs durchtrennt und der westliche Teil abgebrochen und anschließend wieder neu erstellt. Der Verkehr fließt während dieser Arbeiten auf der östlichen Brückenhälfte. Das neue Brückenteil und die erneuerte westliche Brückenhälfte werden dann den Verkehr der neuen unterstromigen Rheinbrücke übernehmen. Nach dieser Verkehrsumlegung im kommenden Jahr kann die östliche Hälfte der beschädigten Brücke ebenfalls abgebrochen und erneuert werden. Danach ist der Schaden vom 10. Februar 2015 vollständig behoben und es steht für die Zukunft ein komplett neu gebautes Brückenbauwerk „Anschlussstelle Mombach“ zur Verfügung.


Quelle: Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz

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