Die Lötschbergbahn ist eine der bedeutendsten Alpenbahnen der Schweiz und verbindet seit 1913 Brig im Wallis mit Thun im Berner Oberland. Die Strecke überquert den Lötschberg-Pass und ist bekannt für ihre spektakulären Ingenieurbauwerke, insbesondere Brücken und Tunnel. Die Baugeschichte der Lötschbergbahn ist geprägt von technischen Herausforderungen, innovativen Lösungen und dem Einsatz tausender Arbeiter unter extremen Bedingungen.
Baugeschichte der Lötschbergbahn
Die Idee einer direkten Eisenbahnverbindung durch die Alpen entstand bereits im 19. Jahrhundert. Nach langen Planungs- und Genehmigungsphasen begann 1906 der Bau der Lötschbergbahn unter der Leitung der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS). Die Strecke sollte nicht nur den Personenverkehr, sondern vor allem den aufkommenden Güterverkehr zwischen Nord- und Südeuropa bewältigen. Die Fertigstellung erfolgte 1913, und die Strecke wurde am 15. Juli desselben Jahres offiziell in Betrieb genommen.
Ein zentrales Element des Projekts war der Bau des Lötschbergtunnels, der mit 14,6 km Länge damals zu den längsten Tunneln der Welt zählte. Der Tunnel wurde von beiden Seiten vorangetrieben, wobei die Arbeiter unter schwierigen geologischen Bedingungen und in großer Höhe arbeiteten. Die Baukosten waren enorm, und viele Arbeiter verloren ihr Leben oder ihre Gesundheit durch Erdrutsche, Gasexplosionen und die extreme Kälte.
Nach der Eröffnung entwickelte sich die Lötschbergbahn zu einer wichtigen Transitachse, besonders für den Güterverkehr. Bis zur Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels 2007 blieb die Bergstrecke die Hauptverbindung über den Lötschberg. Seitdem wird der Großteil des Verkehrs durch den Basistunnel geleitet, während die Bergstrecke teilweise für Regionalverkehr und Tourismus genutzt wird.
Die Brücken der Lötschbergbahn
Die Lötschbergbahn ist berühmt für ihre zahlreichen und imposanten Brücken, die nicht nur technische Meisterleistungen darstellen, sondern auch das Landschaftsbild prägen.
Die Bietschtalbrücke ist die bekanntesten Brücke der Lötschbergbahn und liegt auf der Südrampe der Bergstrecke im Kanton Wallis. Sie ist eine zweigleisige Eisenbahnbrücke und überspannt das Bietschtal mit einer beeindruckenden Höhe. Die Brücke wurde 1913 fertiggestellt und ist ein Beispiel für die damals fortschrittliche Stahlbetonbauweise. Sie gilt als eines der Wahrzeichen der Strecke und ist besonders fotogen in der alpinen Landschaft eingebettet.
Zum Bau der Lötschbergbahn wurden schmalspurige Baubahnen mit einer Spurweite von 750 mm eingesetzt. Diese temporären Strecken dienten dem Transport von Baumaterialien und Arbeitern zu den entlegenen Baustellen. Sie waren ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Projekts, da sie die Versorgung der Arbeiter und den Abtransport des Ausbruchmaterials aus den Tunneln ermöglichten. Im Bereich der Bietschtalbrücke sind die Tunnel dieser Baubahntrasse für den Wanderweg freigegeben und bieten tolle Blicke auf die Brücke.
Technische und historische Bedeutung
Die Brücken der Lötschbergbahn sind nicht nur Verkehrswege, sondern auch Zeugnisse der Ingenieurskunst des frühen 20. Jahrhunderts. Sie zeigen, wie es gelang, unter extremen Bedingungen sichere und dauerhafte Bauwerke zu errichten. Viele dieser Brücken sind bis heute in Betrieb und werden regelmäßig gewartet, um ihre Funktionalität und Sicherheit zu gewährleisten.
Die Lötschbergbahn bleibt ein Symbol für den Fortschritt und die Innovationskraft der Schweiz. Ihre Brücken und Tunnel sind nicht nur technische Meisterleistungen, sondern auch wichtige kulturelle und historische Denkmäler, die die Geschichte der Alpenüberquerungen erzählen.
Der Basistunnel
Der Lötschberg-Basistunnel ist mit 34,6 Kilometern gehört zu den längsten Eisenbahn-Basistunnel der Welt und wurde zwischen 1994 und 2007 gebaut. Er durchquert die Alpen in flacher Trasse und entlastet damit die steile Bergstrecke der Lötschbergbahn. Seit der Eröffnung 2007 ermöglicht der Basistunnel eine deutlich schnellere und leistungsfähigere Verbindung zwischen Nord- und Südeuropa, insbesondere für den Güterverkehr. Zulässige Spitzengeschwindigkeit ist 200 km/h. Der Lötschberg-Basistunnel wurde zunächst nur einspurig eröffnet, und die zweite Tunnelröhre im Anschluss gebaut.
Die Erweiterung auf zwei Röhren war 2020 abgeschlossen. Seitdem ist der Tunnel durchgehend zweigleisig befahrbar.
Trotz des Basistunnels bleibt die historische Bergstrecke für Regionalverkehr und Tourismus aber auch für Güterzüge erhalten.




















