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29.08.2017:
Neubau Hoheworthbrücke: Zwei Varianten stehen zur Wahl

Die Hoheworthbrücke im Bürgerpark, 1949 gebaut und von Fußgängern und Radfahrer ein viel genutzter Überweg über die Oker, ist in einem schlechten Gesamtzustand und wirtschaftlich nicht instand zu setzen. Die Verwaltung schlägt deshalb einen Neubau vor und hat einen entsprechenden Beschlussvorschlag in den Gremienlauf gegeben. Zur Wahl stehen zwei Varianten – eine Rahmenbrücke und eine Schrägseilbrücke -, die nach Auffassung der Verwaltung beide gleich gut geeignet sind. Sie hat deshalb auf einen Beschlussvorschlag verzichtet.

Die Vorentwurfsplanung hat zwei Varianten gemäß den technischen Voraussetzungen und den Anforderungen des Denkmalsschutzes ausgearbeitet. Sie werden den Gremien gleichwertig zur Diskussion gestellt. Zunächst befassen sich die Stadtbezirksräte 132 Viewegsgarten-Bebelhof und 310 Westliches Ringgebiet am 5. September damit, am 6. September der Grünflächenausschuss. Die Entscheidung trifft der Planungs- und Umweltausschuss am 12. September.

Variante 1: Rahmenbrücke
Die Tragkonstruktion wird durch einen im Querschnitt trapezförmigen Stahlhohlkasten ausgebildet. Die Trägerhöhe beträgt an den Widerlagern ca. 85 Zentimeter und verjüngt sich in Brückenmitte auf ca. 35 Zentimeter. Die Stahlbetonwiderlager der Brücke werden auf Stahlbetonpfählen gegründet. Bedingt durch die, im Vergleich zu den Bestandswegen etwas höher liegende Lauffläche an den Überbauenden, entsteht ein Verlust an Retentionsraum, der aber in räumlicher Nähe ausgeglichen werden kann.
Die architektonisch ansprechende Brückenkonstruktion wirkt schlicht, filigran und zurückhaltend in der Parkanlage. Die gleiche Konstruktion wurde in der Öffentlichkeit bei der Hennebergbrücke positiv angenommen.
Um dieses Bauwerk trotz gleicher Konstruktion wie bei der Hennebergbrücke optisch von dieser zu unterscheiden, besteht die Möglichkeit, eine andere Geländerkonstruktion und eine andere Beleuchtung als die im Entwurf dargestellten Lichtmasten vorzusehen, so dass im Detail Unterschiede erkennbar wären.

Variante 2: Schrägseilbrücke mit einseitigem Pylonpaar am westlichen Ufer
Die Tragkonstruktion bildet sich aus einem einseitigen Pylonpaar mit zugehörigen Seilverspannungen sowie einem Stahlüberbau mit aufliegender Stahlplatte. Die Enden des Stahlüberbaus sind auf massiven Stahlbeton-Widerlagern flach gegründet, die beiden Pylone des einseitigen Pylonpaars am westlichen Ufer hingegen sind auf Betonpfählen tief gegründet.
Durch die minimierte Überbauhöhe sind nur geringe Höhenanpassungen der zuführenden Wege erforderlich, so dass gegenüber dem derzeitigen Zustand kaum Retentionsraum verloren ginge und nur wenig in die Parkflächen eingegriffen werden müsste. Die Beleuchtung der Brücke soll in den Handläufen des Geländers vorgesehen werden, womit die Lauffläche der Brücke gleichmäßig ausgeleuchtet wird.
Das Pylonpaar auf der westlichen, nicht denkmalgeschützten Parkseite harmoniert in seiner Vertikalen mit den im unmittelbaren Umfeld zahlreich vorhandenen Bäumen. Der gleichmäßig schlanke Stahlüberbau überspannt die Oker filigran und elegant. Im Sinne der Einmaligkeit (die Brücken über die Okerumflut zeichnen sich durch die Vielfalt der Baukonstruktionen aus) sowie eines hohen Wiedererkennungswertes ist die Pylonbrücke an diesem Ort zwar markant, aber nicht aufdringlich.
Geländerform, Farbgestaltung und Laufbelag beider Varianten
Geplant ist eine architektonisch anspruchsvolle und verkehrssichere Geländerkonstruktion in Edelstahlbauweise mit horizontaler Seil- oder Stabausfachung, welche durch die Neigung der Ausfachung zur Lauffläche ein Überklettern erschweren soll. Die Stahlkonstruktion wird in den Farbtönen grau mit Eisenglimmer und dunkelgrau mit Eisenglimmer beschichtet. Der Belag der Lauffläche wird analog zur Hennebergbrücke aus einem Reaktionsharzbelag mit eingestreutem Sand erstellt.
Finanzen und Zeitplan
Planungs- und Baumittel in Höhe von 930.000 € stehen zur Verfügung. Die Kostenermittlungen für beide Brückenvarianten liegen inklusive Sicherheitszuschlag im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel. Die Umsetzung ist von Mitte 2018 bis Frühjahr 2019 geplant.
Die Beschlussvorlage und zwei Skizzen im Anhang.


Quelle: Stadt Braunschweig

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